Ein eigenes Segment bündelt alle in den Handel an der Frankfurter Börse einbezogenen Anleihen, die die Prinzipien für Green Bonds der International Capital Markets Association erfüllen. Das erleichtert umweltbewussten Anlegern die Suche nach einem wirkungsorientierten Investment.

Green Bonds oder grüne Anleihen sind in Struktur, Rendite und Risiko genauso ausgestaltet wie „normalen“ Anleihen. Der Unterschied: Der Emittent eines Green Bonds verwendet die Erlöse für die Finanzierung eines Klimaschutz- oder Umweltprojektes. Den Löwenanteil der Green Bonds in Deutschland begeben Förderbanken, aber auch Geschäftsbanken, Unternehmen und Staaten. Bei den finanzierten Projekten liegen erneuerbare Energie deutlich vorn, gefolgt von umweltfreundlichen Gebäuden.

Dabei ist grün nicht gleich grün. Green Bonds lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: solche, die ohne das Etikett „grüne Anleihe“ im Markt sind, und solche, die gezielt als Green Bonds vermarktet werden und bestenfalls zertifiziert sind. Einen allgemeingültigen Standard oder verpflichtende Zertifizierungen für als „Green Bond“ vermarktete Anleihen gibt es jedoch nicht.

Orientierung und Transparenz bieten freiwillige Leitlinien von privaten Initiativen, etwa die Green Bond Principles der International Capital Markets Association (ICMA) oder der Climate Bonds Standard von der Climate Bonds Initiative.

Das Green Bond-Segment an der Börse Frankfurt bündelt Anleihen, die die Leitlinien der ICMA erfüllen. Die Green Bond Principles enthalten vier Komponenten:
 

  • Verwendung der Emissionserlöse
    Wie die Emissionserlöse verwendet werden, beschreibt der Anleiheprospekt. Neun Kategorien von Projekten sind Green Bond-fähig: von erneuerbaren Energien über nachhaltiges Abfallmanagement bis hin zu sauberen Mobilitätsprojekten.
     
  • Prozess der Projektauswahl
    Der Emittent legt offen, nach welchen Kriterien er grüne Projekte auswählt und bewertet. Auch die Nachhaltigkeitsziele des Projektes legt er dar.
     
  • Management der Erlöse
    Die eingesammelten Erlöse sind gesondert zu verwalten. Ein formaler interner Prozess stellt sicher, dass die Erlöse ausschließlich für die Kredit- und Investitionstätigkeiten der grünen Projekte verwendet werden.
     
  • Berichterstattung
    Mindestens einmal pro Jahr informiert der Emittent über die Investitionen, bis die Mittel vollständig zugeteilt worden sind.


Wirkungsorientiertes Investieren spielt eine Schlüsselrolle auf dem Markt für gesellschaftlich verantwortliche Investitionen – insbesondere seit der 21. UN-Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015. Dort wurde eine Grundsatzvereinbarung getroffen, die den Rahmen für weitere Investitionen in kohlenstoffarme Technologien und Infrastrukturen vorgibt.

Die Anleihekategorie auf Börse Frankfurt ist daher nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium ist die Deutsche Börse AG, Betreiberin der Börse Frankfurt, im Sustainable Finance Cluster aktiv. Die Nachhaltigkeitsinitiative verfolgt das Ziel, die Finanzmarktexpertise rund um das Thema nachhaltige Finanzwirtschaft effizient zu nutzen und v. a. konkrete Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit von Finanzmarktstrukturen zu formulieren und umzusetzen.
 

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Juni 2019, © Deutsche Börse AG