Anlageformen

Mit ETFs, ETCs und Co. passiv investieren


Zu den sehr gefragten ETFs sind mittlerweile sehr ähnliche Produkttypen dazu gekommen: ETCs und ETNs. Eine Einordnung.


Den Anfang machten vor rund 20 Jahren ETFs, kurz für Exchange Traded Funds, börsengehandelte Indextracker für passive Investments. Inzwischen sind etwa 1.500 davon auf Xetra gelistet, dem größten Marktplatz Europas für diese Anlageform. Der einstige Börsenneuling hat sich zum etablierten Anlageinstrument gemausert.

Inzwischen sind mit ETCs und ETNs zwei weitere Asset-Klassen mit drei Buchstaben nachgekommen, die ETFs stark ähneln, Dabei werden die Begriffe im Kapitalmarkt unterschiedlich verwandt. Im Xetra-Handel lassen sich die einzelnen Ausprägungen so abgrenzen:

  • ETFs, das bekannte und etablierte Mitglied der Familie, steht für Exchange Traded Funds, börsengehandelte Indexfonds, bei denen das verwaltete Vermögen zum Sondervermögen der Emittenten zählt. Das macht sie zu Fonds.
     
  • ETC steht für Exchange Traded Commodity ­– auf Deutsch börsengehandelter Rohstoff, ein Begriff, der sich im Markt für Wertpapiere etabliert hat, die die Preisentwicklung von Rohstoffen abbilden. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Besicherung: Derzeit werden nahezu alle in Frankfurt gelistete ETCs durch physische Hinterlegung von Rohstoffen oder treuhänderische Hinterlegung von Sicherheiten abgedeckt.
  • ETN steht für Exchange Traded Note. Sie sind rechtlich und handelsseitig dasselbe wie ETCs und bilden derzeit vor allem Volatilitäten oder Währungspaare ab. ETNs können ebenso besichert wie unbesichert sein.
     
  • Unter einem viertem Begriff, ETP – Exchange Traded Product, werden ETCs und ETNs zusammengefasst.

Im Gegensatz zu den ETFs zählen die in ETCs und ETNs investierten Mittel nicht zum Sondervermögen der Emittenten, sondern sind Schuldverschreibungen. Insbesondere bei unbesicherten Produkten ist ein Investment mit dem Risiko verbunden, dass der Emittent als Schuldner ausfallen kann. Dafür ermöglicht die Konstruktion der ETCs und ETNs, an exotischeren Wertpapieren und anderen Marktindikatoren zu partizipieren. Ein Engagement in die Volatilität am Aktienmarkt beispielsweise war bislang über ETFs nicht möglich.

Juni 2019, © Deutsche Börse AG