Dossier Anlagezertifikate

Basket-Zertifikate

Basket-Zertfikaten liegt ein Korb einzelner Aktien, Indizes, Rohstoffe oder anderen Anlageprodukten zugrunde. Sie eignen sich besonders für spezielle Themen und Strategien. 
 

Das englische Wort „Basket“ deutet es an: Dieser Zertifikat-Typ partizipiert an einem Wertpapierkorb. Die Zusammenstellung des Korbs bestimmt der Emittent vor der Notierung des Zertifikats. Grundsätzlich eignen sich für das Portfolio alle Wertpapiere mit regelmäßiger, zumindest täglicher Kursfeststellung.

Aktien als Basis

Sehr verbreitet sind Zertifikate auf Aktienkörbe, die in ihrer Zusammenstellung Aktienfonds ähneln. Doch anders als bei Aktienfonds wissen Käufer eines Basket-Zertifikats immer, welche Wertpapiere sich im Korb befinden. Ein intensives, aktives Management, wie es bei Fonds üblich ist, findet bei Basket-Zertifikaten in der Regel nicht statt. Die Auswahlkriterien für die enthaltenen Aktien oder Wertpapiere sind bekannt und bleiben während der Laufzeit unverändert.

Dennoch kann sich die Zusammensetzung des Aktienkorbs mit der Zeit ändern. Verfolgt der Emittent mit dem Zertifikat eine gezielte Strategie, wie etwa die Aktien der fünf größten Unternehmen der Automobilbranche abzubilden, muss er den Korb zu bestimmten Stichtagen anpassen – sofern sich die Marktführer ändern. In einem solchen Fall spricht man von einem aktiven Basket. Für die regelmäßige Anpassung des Aktienkorbs erhebt der Emittent mitunter eine Management-Gebühr, die zumeist unterhalb von einem Prozent liegt. Bleibt die Zusammensetzung eines Aktienkorbs hingegen klar definiert, wie bei einem Index-Zertifikat, ist von einem passiven Basket die Rede.

Ziel: Den Index schlagen

Der Erfolg eines Basket-Zertifikats misst sich daran, ob es einen Vergleichsindex oder -fonds, die so genannte Benchmark, übertrumpfen kann. Das Autohersteller-Zertifikat etwa wäre dann erfolgreich, wenn es sich besser als der Branchenindex für die Automobilbranche entwickeln würde. Basket-Zertifikate lassen sich entsprechend der Kriterien für die Wertpapierauswahl grob in drei Kategorien unterteilen: Branchen-Zertifikate, Länder- und Regionen-Zertifikate sowie Strategie- und Themenzertifikate. Gleichgültig, welchen Ansatz der Emittent wählt, das Verlustrisiko ist aufgrund der breiten Streuung jedenfalls geringer als bei der Direktanlage in einzelne Wertpapiere.

Für welchen Anlegertyp eignen sich Basket-Zertifikate?

Basket-Zertifikate sind dann sinnvoll, wenn Anleger von der Dynamik einer bestimmten Branche oder einer bestimmten Region überzeugt ist, dabei aber das Risiko scheuen, in einzelne Wertpapiere zu investieren. Zudem sparen sie Zeit und Geld gegenüber Einzelinvestments.

Da das Zertifikat höhere Kursgewinne als der Vergleichsindex erzielen soll, enthält der Aktienkorb in der Regel weniger Wertpapiere als der Vergleichsindex. Üblicherweise besteht ein Korb aus vier bis zwanzig Erfolg versprechenden Aktien. Dadurch erhöht sich das Gewinnpotenzial, aber auch das Verlustrisiko steigt im Vergleich zum Index. Basket-Zertifikate besitzen im Gegensatz zu Aktien keinen Anspruch auf eine Dividende. Auch die begrenzte Laufzeit sollte beachtet werden.

 Juni 2019, © Deutsche Börse AG