Märkte und Segmente

Marktstruktur der Frankfurter Börse

Die Wahl des Markts und des Segments bestimmen nicht nur, wie ein Unternehmen mit seinen Investoren und der Öffentlichkeit kommuniziert – vor dem Börsengang

An der Frankfurter Börse stehen Unternehmen nach den einheitlichen europäischen Regeln zwei Wege an den Kapitalmarkt zur Verfügung. Es handelt sich dabei zum einen um Märkte, die von der EU reguliert werden und zum anderen um Märkte, die von den Börsen selbst reguliert werden.

In Frankfurt führt ein Börsengang im Regulierten Markt in den General Standard oder in den Prime Standard, beides Teilsegmente des Regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten und erhöhten Transparenzanforderungen. Im Open Market (Freiverkehr), der von der Börse selbst reguliert wird, können die Unternehmen das Segment Scale wählen oder in das Basic Board einbezogen werden mit keinen weiteren Transparenzanforderungen. 

Die Unternehmen entscheiden sich für ein Segment und damit das Transparenzlevel selbst.


Segmente sichern Informationsfluss

Investoren verlangen Transparenz, Liquidität und Rechtssicherheit. Eindeutige und klare Bestimmungen sichern einen funktionierenden Kapitalmarkt; denn nur dann investieren Anleger ihr Geld in Unternehmen. Die Regeln, die den Investoren Rechtssicherheit und Transparenz bieten, sind also entweder vom Gesetzgeber oder von der Börse definiert.

Der Regulierte Markt ist im öffentlichen Recht (Wertpapierhandelsgesetz, kurz WpHG) verankert. Zulassungsbedingungen und Transparenzanforderungen sind vom europäischen Gesetzgeber vorgegeben. Unternehmen im Regulierten Markt erfüllen höchste europäische Transparenzanforderungen und sichern sich sämtliche Vorteile einer vollen Börsennotierung.

Der Freiverkehr, der im Oktober 2005 in Open Market umbenannt wurde, mit seinem Teilsegment Scale, ist ein privatrechtliches Segment. Hier werden die Aktien in den Handel einbezogen. Da die Voraussetzungen zur Einbeziehung in den Handel gering sind und kaum Folgepflichten bestehen, ermöglicht Scale kleinen, mittleren oder jungen Unternehmen einen einfachen und kostengünstigen Zugang zum Kapitalmarkt. Er richtet sich deshalb aber auch in erster Linie an qualifizierte Anleger. März 2017 hat das Segment Scale den Entry Standard abgelöst. Alle übrigen Unternehmen im Open Market sind in das Basic Board einbezogen worden.

© August 2019, Deutsche Börse AG