ETF – ein ganzer Markt mit einer Order

Mit ETFs investieren Sie nicht in ein einzelnes Unternehmen, sondern gleich in den ganzen Korb an Wertpapieren in einem Index.

Exchange-Traded Funds, kurz ETFs, sind börsengehandelte Investmentfonds, die die Entwicklung eines Index, eines Rohstoffmarkts oder einer Branche spiegeln. 

Ein ETF ist ein Paket, das die Wertpapiere eines Index enthält. Diese Fonds-Form wird seit dem Jahr 2000 an der Frankfurter Börse gehandelt. Wenn Sie etwa in einen DAX-ETF investieren, dann besitzen Sie Anteile an allen 30 Aktien im DAX und Ihre Anlage entwickelt sich parallel zum DAX. Steigt der DAX, steigt auch der Kurs Ihres Fonds. 

ETFs vereinen damit die Handelbarkeit einer Aktie mit der Risikostreuung eines breit gestreuten Portfolios. Sie investieren in einen Korb mit verschiedensten Wertpapieren und verteilen dadurch Ihr Risiko auf mehrere Positionen mit einer Order, senken es dadurch. Da ETFs leicht zu verstehen, transparent, schnell und günstig im Handel sind, haben sie sich zum schnellst-wachsenden Anlagetyp des vergangenen Jahrzehnts entwickelt. 
 

Ein ETF vereint also die Wertpapiere eines ganzen Marktes in einem Wertpapier. Es gibt ETFs zu einzelnen Ländern, verschiedenen Regionen oder mit vielen Unternehmen weltweit, verschiedenen Anlageklassen, einzelnen Branchen oder ausgefeilten Strategien. 

Der wichtigste Unterschied zu einem klassischen Investmentfonds besteht darin, dass es keines Fondsmanagements bedarf, das aktive Anlageentscheidungen trifft. Ein ETF hält sich strikt an die Zusammensetzung des zugrundeliegenden Index. Diese Anlagestrategie nennt man daher passiv. Ohne aktives Management sind die die Gebühren der ETFs meist deutlich niedriger. 

Ebenso wie bei börsengehandelten Investmentfonds, von denen es an der Frankfurter Börse ebenfalls rund 3.000 gibt, fallen bei ETFs keine Ausgabeaufschläge und Rücknahmegebühren an. Sie müssen die üblichen Transaktionskosten für Kauf und Verkauf zahlen. Und die Verwaltungsgebühren des ETF, die bei einem DAX-ETF im Schnitt nur bei rund 0,1 Prozent pro Jahr liegen. Diese Gebühren werden automatisch dem Sondervermögen entnommen. 

Volle und synthetische Replikation: Die unterschiedlichen ETF-Typen 

Wie schon erwähnt, bilden ETFs Märkte über Indizes nach. Für diesen Nachbau, Replikation genannt, können Fondsgesellschaften zwei unterschiedliche Verfahren einsetzen: die volle und die synthetische Replikation. 

ETFs mit voller Replikation:

Volle Replikation bedeutet, dass ein ETF tatsächlich alle Wertpapiere besitzt, die auch in dem Index enthalten sind, den der Fonds abbildet. Verfolgt ein voll nachgebauter ETF also die Wertentwicklung des DAX, dann enthält er die 30 Aktien des DAX in derselben Gewichtung wie im Index. Die Abbildung erfolgt durch Kauf und Verkauf der entsprechenden Aktien der im Index enthaltenen Unternehmen. 
 

ETFs mit synthetischer Replikation:

Synthetische, also „künstliche“ ETFs, hingegen bilden einen Index nicht mit den zugrundeliegenden Aktien ab. Sie vollziehen vielmehr durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index nach. 

Warum wird das gemacht? In erster Linie, um Kosten für Anleger zu reduzieren. Bei Indizes, die viele Aktien enthalten und die häufig angepasst werden, muss die ETF-Fondsgesellschaft Aktien kaufen und verkaufen. Dabei fallen Kosten, Steuern und weitere Gebühren an. Diese Kosten werden durch die künstliche Replikation verringert. 

Zu diesem Zweck greift die Fondsgesellschaft auf Tauschgeschäfte mit einem Partner zurück, Swaps genannt. Der Anteil an Swaps in einem ETF ist gesetzlich begrenzt und grundsätzlich sind synthetische ETFs nicht mit Nachteilen verbunden. Allerdings fühlen sich viele Anleger unwohl, wenn sie wissen, dass ihr deutscher Aktien-ETF etwa chinesische Anleihen halten könnte. Manche Investoren, Stiftungen und Gemeinden etwa, dürfen nicht in solche Instrumente anlegen. Deswegen werden inzwischen hauptsächlich replizierende ETFs angeboten. 

Als Sondervermögen vor Ausfall geschützt

ETFs sind wie klassische Fonds Sondervermögen. Das bedeutet, dass weder Fondsgesellschaft noch Gläubiger Zugriff auf das investierte Geld haben. Im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft entsteht für Sie als Anleger kein Verlust. 
 

So finden Sie den passenden ETF

Zunächst sollten Sie sich überlegen, in welchen Markt Sie investieren möchten und welcher Index diesen Markt abbildet. Online-Broker und Finanzportale stellen hierfür entsprechende Suchmaschinen bereit. Auf boerse-frankfurt.de finden Sie thematisch gegliederte Auflistungen aller 1.200 ETFs an der Börse. Selbstverständlich können Sie sich auch an Ihren Bankberater wenden.

Neben einem Einmal-Investment in einen oder mehrere ETFs bieten Banken auch ETF-Sparpläne an. Hier können Sie schon ab 25 Euro monatlich ETF-Anteile erwerben. Durch den konstanten Betrag erwerben Sie bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile.